GermanFashion: Modeindustrie unter Druck

Gerd Oliver Seidensticker ©GermanFashion

Umsatzminus von 20 Prozent

Im vergangenen Jahr hat der Bekleidungssektor unter dem Einfluss der Pandemie ein Umsatzminus von knapp 20 verkraften müssen, teilt der deutsche Industrieverband GermanFashion mit. „Dieses Minus ist neben der inzwischen sehr dünnen Finanzdecke und den unzureichenden Hilfen der Regierung ein dramatisches Ergebnis für die Hersteller“, sagt Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion. „Die Hilfen für den Einzelhandel sind richtig und wichtig, doch wir verlangen Gleichberechtigung, denn ohne Hersteller gibt es auch keine Ware mehr, die der Handel verkaufen kann“, sagt Seidensticker. Laut Statistisches Bundesamt ging die Beschäftigtenzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent, die Zahl der Betriebsstätten um 9 Prozent zurück.

Thomas Rasch, © GermanFashion

Die Situation in den wichtigsten Exportländern der Branche bleibe aufgrund der Lockdown Maßnahmen sehr angespannt. Die zehn wichtigsten Exportländer der Branche sind unverändert Schweiz, Polen, Österreich, Frankreich, Niederlande, Italien, Belgien, Vereinigtes Königreich, Tschechien und Spanien. Allerdings weisen das Vereinigte Königreich und Spanien prozentual die höchsten Umsatzeinbußen aller Exportländer mit einem Minus von rund 20 Prozent aus. Gründe sind der BREXIT sowie Corona. Über das gesamte Jahr hat der Export 8 Prozent verloren. Europaweit sind bei der Herrenbekleidung die Umsätze mit Anzügen und Kombinationen um 38 Prozent eingebrochen. Bei der Damenbekleidung verzeichnen die Hersteller mit rund 40 Prozent bei klassischen Hosen noch größere Rückgänge. „Gerade die Markenhersteller leiden darunter, dass weltweit die Anlässe für den Kauf von Qualitätsbekleidung fehlen. Hier kann nur die Rückkehr zu einem Leben mit Business-Alltag, gesellschaftlichen Anlässen und Reisen eine Trendwende in Gang setzen“, sagt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion. Auch bei den Importen ging es um knapp 8 Prozent nach unten. Nach China sind die wichtigsten Importländer Bangladesch, Türkei, Italien, Vietnam, Indien, Kambodscha, Pakistan, Myanmar und Polen. Das prozentual höchste Minus zeigt Indien.