P & C: Osteuropa stützt Deutschlandgeschäft

©Peek & Cloppenburg, Düsseldorf

Die Düsseldorfer wollen nach einer Geldspritze die Expansion und Omni-Channelling weiter vorantreiben.

Im November 2017 hat Peek & Cloppenburg (P & C), Düsseldorf, ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 75 Millionen Euro platziert. Nach starker Nachfrage sei das angestrebte Volumen deutlich übertroffen und nachfrageinduziert auf 150 Millionen Euro aufgestockt worden, teilt das Unternehmen mit. „Die Überzeichnung des Darlehens zeigt uns, dass die Investoren die Zukunft unseres Unternehmens ebenso positiv einschätzen wie wir selbst“, sagt Patrick Cloppenburg, Mitglied der Unternehmensleitung. „Mit den Mitteln aus dieser Transaktion streben wir eine Liquiditäts- und Fremdkapitalstruktur an, mit der sich langfristig planen lässt.“ Rund ein Dutzend institutionelle Investoren haben das Schuldscheindarlehen gezeichnet.

In diesem Jahr hat P & C sein Wachstum in Osteuropa weiter vorangetrieben. Das Unternehmen eröffnete Häuser in Bukarest, Kaunas, Prag, Timisoara und Breslau. Weitere Neueröffnungen in bereits bestehenden osteuropäischen Märkten sind geplant. Neben der Eröffnung des Hauses in München-Riem im kommenden Frühjahr soll an den Standorten Aachen, Augsburg und Bocholt zeitnah Baubeginn sein. Außerdem werden zahlreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im In- und Ausland angegangen. Da ein Großteil des Wachstums im Markt im Internet stattfinden wird, will P & C als Omnichannel-Anbieter von dieser Entwicklung profitieren. Das hat Investitionen in die Verkaufshäuser und in die Digitalisierung bzw. in die Schnittstellen zwischen stationärem und Online-Handel zur Folge. Allein in die IT werden mehr als 100 Millionen Euro fließen. Hierzu gehören die Umstellung auf ein SAP Retailsystem, datenbasierte Kundenbindungsprogramme mit neuer Kundenkarte und ein modernes Sortimentierungs- und Bewirtschaftungssystem. Neben den beiden erfolgreichen Peek & Cloppenburg Online-Shops in Deutschland und Österreich wird 2018 ein weiterer Online-Shop in Polen an den Start gehen.

Investitionen auch ins stationäre Geschäft

Im stationären Geschäft haben die Düsseldorfer in ihren Weltstadthäusern unter anderem eine eigene Sneaker-Abteilung mit neuem Store-Design eingeführt. Im kommenden Jahr folgen Wäsche und Bademode. Das Konzept wird sukzessive in allen Verkaufshäusern umgesetzt. „Auch unser Premium-Segment haben wir mit rund 15 neuen Designermarken für Herren ausgebaut“, sagt John Cloppenburg, Mitglied der Unternehmensleitung. „Mit dem Konzept ‚Paul Rosen Sartoriale‘ haben Kunden in ausgewählten Verkaufshäusern zudem die Möglichkeit, sich individuelle Konfektionsanzüge und Hemden anfertigen zu lassen.“ Überdies soll das Eigenmarkengeschäft forciert werden. Als Beispiel nennt P & C die Marke REVIEW, die europaweit von mehr als 160 Drittkunden vertrieben wird. In diesem Jahr lag der Fokus des Unternehmens insbesondere darauf, die Profitabilität zu erhöhen. Dafür hat das Unternehmen seine Gesamtkosten reduziert und will weiter rentabel wachsen.

Solide Geschäftszahlen

Im Geschäftsjahr 2016 hat P & C„solide Ergebnisse erwirtschaften können“, so das Unternehmen. In einem „schwierigen deutschen Marktumfeld“ verzeichneten die Düsseldorfer 2016 ein leicht rückläufiges Ergebnis. Der Netto-Umsatz ist um 27 Millionen Euro auf 1,49 Milliarden Euro gefallen. Das EBITDA lag bei 87 Millionen Euro mit einer EBITDA-Marge von 5,8 Prozent. Die Düsseldorfer kommen auf eine Eigenkapitalquote von 45,5 Prozent. Aus den Unternehmenszentralen in Düsseldorf und Wien steuert Peek & Cloppenburg rund 140 Häuser in 15 Ländern. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug rund 12.300. Dabei habe das gute Wachstum in Osteuropa die Ergebnisse in Deutschland gut abfedern können: „Mit einem Wachstum um 7,1 Prozent gegenüber 2015 stiegen die Umsatzerlöse (netto) um 43 Millionen Euro auf 648 Millionen Euro“, heißt es dazu.