Ahlers AG: „2017/18 verlief enttäuschend“

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28.02.2019

Jahr der Transformation

Die zurückliegenden 12 Monate waren für die Ahlers AG keine leichten: Laut Unternehmensberatung h+p hachmeister + partner musste die Bekleidungsbranche hierzulande ein Umsatzminus von 3,4 Prozent verkraften. Das ging bei den Herfordern nicht spurlos vorüber. Ahlers-Chefin Dr. Stella Ahlers spricht denn auch von einer von Herausforderungen geprägten Zeit und enttäuschenden Entwicklungen. Für das Geschäftsjahr 2017/18 sank der Umsatz um 5,4 Prozent auf 223,1 Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereffekten gab um 57,5 Prozent auf 3,7 Millionen Euro nach. Das Konzernergebnis rutschte mit 7 Millionen Euro in die Verlustzone. Dahinter verbergen sich auch hohe Sonderaufwendungen für Maßnahmen zur Effizienz- und Ertragssteigerung.

Immerhin verlief das vierte Quartal mit einem leichten Minus von 2 Prozent weitgehend stabil. Hinter den Umsatzverlusten des Gesamtjahres stecken zähe Abverkäufe bei Anzügen/Sakkos und Outdoorjacken. Überdies drückt die schwierige Marktsituation in Osteuropa die Ergebnisse. Im In- (minus 4,8 Prozent auf 120,8 Millionen Euro) und Ausland (minus 6,1 Prozent auf 102 Millionen Euro) ging es abwärts. Dank der Gründung von Ahlers Rus und damit die Übernahme von elf Pierre Cardin Stores in Russland liegt der Umsatzzuwachs der eigenen Stores im positiven Bereich (plus 2 Prozent). Unterm Strich wurden aber Filialen aufgegeben. Zum Stichtag führt die Ahlers AG 149 Stores (Vorjahr 155). Der Umsatzanteil des E-Commerce liegt bei 4 Prozent.

Das Premiumsegment (Baldessarini, Otto Kern, Pierre Cardin) hat mit 153,6 Millionen Euro rund 5,6 Prozent verloren. Der Anteil der Premiummarken am Gesamtumsatz liegt weiterhin bei 69 Prozent. Das EBIT vor Sondereffekten ist bedingt durch die Umsatzrückgänge auf minus 2,4 Millionen Euro gesunken. Abgesehen von der Jeans (plus 1,6 Prozent) hatte die Marke Pierre Cardin deutliche Einbußen bei Anzügen und Sakkos zu verkraften. Auch Hemd und Strick konnten nicht an das vergangene Jahr anknüpfen. Baldessarini konnte in Großbritannien und Schweden die Erlöse verdoppeln. Die Marke hat zudem in Polen 30 Prozent gewonnen. In Deutschland dagegen ging der Umsatz zurück. Otto Kern wurde wie bereits berichtet neu ausgerichtet und wird auch Pierre Cardin ausschließlich Menswear anbieten.

Auch das Segment Jeans, Casual- und Workwear (Pioneer Authentic Jeans, Pionier Jeans & Casuals, Pionier Workwear und Jupiter) hat verloren. Vor allem die Einstellung von Jupiter macht sich bemerkbar. Die Erlöse gingen um 3,7 Millionen Euro auf 69,5 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Sondereffekten ist umsatzbedingt um 1,4 Millionen Euro auf 1 Millionen Euro gesunken. Gewinner bleibt Pioneer mit einem Umsatzplus von 1,8 Prozent in Deutschland. Gut läuft es für die Marke auch in der Schweiz, Polen und Tschechien.

Mit einem ganzen Maßnahmenbündel (unter anderem Fokussierung auf die Menswear bei Pierre Cardin und Otto Kern, Einstellung Jupiter, Stellenabbau und weitere Kosteneinsparungen, Verschlankung der Prozesse), von denen die meisten bereits in der Umsetzung sind, will der Vorstand gegensteuern. „Die Rahmenbedingungen für das begonnene Geschäftsjahr werden weiterhin herausfordernd bleiben“, sagt Dr. Ahlers. „Für uns wird das Geschäftsjahr 2018/19 ein Transformationsjahr sein.“ Für das laufende Jahr rechnet die Ahlers-Chefin mit einem weiteren Umsatzminus im mittleren einstelligen Bereich und einem EBIT vor Sondereffekten von „eher unterhalb“ minus 1,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis soll sich zwar spürbar verbessern, aber weiterhin negativ ausfallen. 2019/20 soll die Ahlers AG wieder schwarze Zahlen schreiben.