Auf den Leib geschneidert

Lectra

Globale Einführung von „Fashion On Demand“ ©alle Bilder LECTRA
Autor: Andreas Grüter

Die CAD-Programme und Cutter-Systeme von LECTRA haben die Textil- und Bekleidungsbranche technisch nachhaltig revolutioniert. Mit der seit Januar 2019 schrittweise erfolgenden globalen Einführung von „Fashion On Demand“ gehen die Franzosen jetzt noch einen Schritt weiter und präsentieren eine in drei Pakete unterteilte digitale End-to-End-Lösung zur Personalisierung von Mode.

Raffinierte Maßschneiderei statt Fast-Fashion-Einerlei. Waren die letzten Jahrzehnte modisch vor allem eine Ära scheinbar endloser Massenproduktionen, deutet sich unter den Vorzeichen der Industrie 4.0 jetzt ein radikaler Paradigmenwechsel an. Es geht zurück zu einer individualisierten Mode. Mit Fashion On Demand gibt LECTRA der Branche ein wichtiges Tool an die Hand, das nicht nur hilft, den Wandel aktiv mitzugestalten und neue Geschäftsmodelle auszuarbeiten, sondern auch alte Probleme zu lösen. So ermöglicht das von einem Team aus über 100 Experten in vierjähriger Forschungsarbeit entwickelte System unter anderem, Angebot und Nachfrage nahezu punktgenau aufeinander abzustimmen und somit Überbestände und Preisabschläge zu vermeiden.

Die Technik nimmt künftig Maß.

La Mode bespoke

Aufwendige Maßanfertigungen waren lange Zeit Angelegenheit exklusiver Ausstattungshäuser. Dank der LECTRA-Industrie-4.0-Komplettlösungen, die den auftragsbasierten Produktionsablauf von der Bestellung über die Produktentwicklung bis hin zum Cutting automatisieren, können jetzt auch breiter aufgestellte Unternehmen in den Personalisierungstrend einsteigen. Während das „Made to Measure“-Paket die Musteranpassung der Maßanfertigung abdeckt, geht „Customization“ noch einen Schritt weiter. Hier lassen sich Produkteigenschaften wie etwa Farbgebungen und Stickverzierungen festlegen, was für einen noch höheren Individualisierungsgrad sorgt. „Made to Order“ schließlich steht für die Umkehr des bisherigen Produktionsprozesses. Wurde bislang entworfen, produziert und die Ware dann verkauft, so kann jetzt entworfen, verkauft und dann erst produziert werden. Durch die cloudbasierte Verarbeitung der Daten ermöglicht Fashion On Demand eine ebenso reibungslose wie äußerst schnelle Produktion bei reduziertem Personaleinsatz. „Die Herstellung von drei Hemden mit ‚Fashion On Demand‘ erfolgt mit zwei Personen in zwölf Minuten vollautomatisch und ohne Fehlerquellen. Im Vergleich dazu fallen bei der herkömmlichen Produktion für die identischen drei Hemden zwei Stunden und 45 Minuten an und sie erfordert zudem fünf am Prozess beteiligte Personen“, erklärt Amanda Prudhon, LECTRA International Advanced Technology Center Director.

Einzelstücke in Serie

Grüner Vorsprung durch Technik

Neben der Möglichkeit, sich nachhaltig von der Konkurrenz abzuheben und mit der Produktion echter One-of-a-Kind-Pieces die Kundenbindung zu stärken, verweist LECTRA zudem auf eine verbesserte Ökobilanz. So reduziert das System nicht nur den Strombedarf und sorgt für eine Optimierung des Materialverbrauchs, sondern minimiert auch den Umfang an Verbrauchsmaterialien. Aktuell ist Fashion On Demand bereits bei Unternehmen wie BELLES ROCHES COUTURE und CORNELIANI erfolgreich im Einsatz.