Minimalistische Formensprache

Markenlupe

Der minimalistische Stil macht die Produkte zeitlos, die eingesetzten Materialien sorgen für hohen Tragekomfort. Alle Bilder ©ROTHOLZ
Autor: Maximilian Fuchs

Das Potsdamer Contemporary Brand ROTHOLZ konzentriert sich auf eine minimalistische Formensprache und hochwertige Materialien in gedeckten Farben. Der Schriftzug der Marke trägt zusätzlich japanische Buchstaben, was die Einflüsse japanischer Design-Ästhetik unterstreicht.

Clean & Simple

Die kollektionsübergreifenden Eco-Fashion- und Lifestyle-Produkte werden in einem kleinen Team um Geschäftsführer und Designer Moritz Baur kreiert. Es ist ein reduzierter Look, unaufgeregte Streetwear, die sich nicht an Saisontrends orientiert. Die Idee, ein eigenes Label zu gründen, kam dem staatlich geprüften Grafikdesigner während eines Auslandssemesters in den USA. „Während meines Austauschjahres 2004 habe ich mehr oder weniger aus Langeweile auf einem Schlafanzug-Oberteil herumgenäht und -gedruckt – und kurz darauf in der High-School-Mittagspause ein paar Shirts verkauft, einfach aus einem Pappkarton heraus. Das lief ganz gut und hat mich dazu motiviert, die Sachen immer weiterzuentwickeln. 2009 habe ich das Label offiziell in Deutschland gegründet und mich dann 2012 selbstständig gemacht“, resümiert Moritz Baur die Entstehungsgeschichte. Seitdem ist viel passiert und das Label kann eine wachsende Fangemeinschaft verzeichnen.

Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit

.. im Nachhinein sehen, dass die Sachen bio und fair sind.

Das Thema Nachhaltigkeit ist ein essenzieller Bestandteil in der ROTHOLZ-Philosophie. Angefangen bei den biologisch hergestellten Stoffen, über die Arbeitsbedingungen der Näher bis zur umweltfreundlichen industriellen Verarbeitung sowie der Zusammenarbeit mit lokalen Manufakturen und Künstlern. „Zunächst ging es eher um Basic-Produkte, die wir von Hand bedruckt haben. Dafür wurde uns von den Herstellern auch Bio-Baumwolle angeboten. Dann hat man die Wahl, ob man eher das günstige Shirt einkauft, mit dem man den größeren Gewinn machen würde, oder ob man eins aus Bio-Baumwolle nimmt, das von der Fair Wear Foundation zertifiziert ist. Unser Anspruch ist, dass wir uns immer verbessern. Und das faire war seinerzeit für uns das bessere Produkt. Aber mein Ansatz war auch schon damals, das Label nicht über nachhaltige Aspekte zu bewerben. Ich wollte, dass die Leute uns wegen des Styles cool finden, uns kaufen und dann im Nachhinein sehen, dass die Sachen bio und fair sind“, erklärt Baur.

Materialeinsatz

ROTHOLZ arbeitet mit reiner Wolle und einer Mischung aus Wolle und Bio-Baumwolle.

ROTHOLZ arbeitet mit reiner Wolle und einer Mischung aus Wolle und Bio-Baumwolle, um die Wärme der Wolle mit der Weichheit und dem Tragekomfort der ringgesponnenen Baumwolle zu kombinieren. Leinen ist eine natürliche Zellulosefaser, die besonders atmungsaktive Eigenschaften aufweist und so stets ein angenehmes Frischegefühl bietet. Auch recyceltes PET kommt zum Einsatz. Die zertifizierten Recycling-Polyester-Garne entstehen aus recycelten PET-Flaschen. Dem so gewonnenen Material verleiht ROTHOLZ ein zweites Leben, ohne dabei auf gewohnt hochwertige Qualitätsmerkmale verzichten zu müssen. Abschließend ist Tencel aufzuführen, die momentan umweltfreundlichste Kunstfaser, hergestellt aus Zellulose. Sie wird ausschließlich aus Zellstoff von Eukalyptusbäumen produziert, die auf entsprechenden Farmen nachhaltig angebaut werden.