Exporte spielen immer eine wichtige Rolle

Schuhindustrie in Italien

International bleibt das Interesse für italienische Schuhlabels konstant hoch. Micam Man Square ©Micam

Autorin: Angela Cavalca

Die italienische Schuhindustrie konnte durch ihre Ausfuhren im ersten Halbjahr 2019 wertmäßig positive Zahlen verzeichnen, jedoch hat die Branche noch mit einem schwierigen Umfeld zu tun. Dennoch haben die Unternehmen bei den neuen Kollektionen weiter in Innovation und Forschung investiert.

Im ersten Halbjahr 2019 konnte die Konjunktur des Sektors trotz des noch schwächelnden Binnenmarktes mit einem positiven Verlauf der Exporte (+8,4 Prozent) und mit einer zufriedenstellenden Handelsbilanz (+13,1 Prozent) rechnen. Wie der italienische Schuhverband Assocalzaturifici anlässlich der letzten internationalen Schuhmesse MICAM in Mailand im September mitteilte, bereitet die inländische Situation Sorgen. Dazu tragen der geringe Konsum, die wachsenden Unterschiede zwischen den großen Labels und den kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie die rückläufigen Bestellungen von einigen traditionellen Exportländern, wie Deutschland, die Niederlande, Belgien, China und Russland, bei.

International bleibt das Interesse für italienische Schuhlabels konstant hoch. Das zeigen auch die Besucherzahlen der 88. MICAM, die im September ihr 50-jähriges Bestehen feierte und auf der insgesamt 44.076 Fachleute, davon 60 Prozent aus dem Ausland, 1.303 Aussteller besuchten. Wie der neue Präsident von MICAM und Assocalzaturifici Siro Badon erklärte: „Messen sind nach wie vor ein sehr gut geeignetes Instrument für das Branchengeschäft. Angesichts der Ergebnisse sind wir stolz auf den Erfolg dieser Ausgabe, das hat die MICAM als weltweit wichtigste Veranstaltung in diesem Bereich wieder bewiesen.“ Wie Badon weiter ausführte, werde der Schuhverband weiterhin an der Internationalisierung der Unternehmen arbeiten, insbesondere mit Blick auf Märkte wie Russland und die Ukraine, die einen erheblichen Rückgang verzeichneten.

Schon bei den Herrenmodenschauen im Juni und später auf der MICAM zeigten die Herrenschuhe der nächsten Frühjahr/Sommer-Saison 2020 vom Bereich Luxury über Contemporary bis hin zu Sport und Outdoor einen Trend besonders in Richtung der bequemen und leichten Schuhwaren. Bei den klassischen Modellen von Labels wie TOD’S, Santoni und MORESCHI findet man handwerkliche Verarbeitungen, spezielle Handfärbungen und hochqualitative Materialien mit sommerlichen Interpretationen der Espadrilles, die durch Details bereichert werden wie Schnür-Effekte, geflochtene Verarbeitungen, Materialmixe sowie ultraflexible Kautschuksohlen. Oft lassen sich die Kollektionen von den wilden und sandreichen Dünen, den Felsen mit ihren unverfälschten Farben inspirieren und Weiß wird sowohl bei den Boots als auch bei den Sandalen favorisiert. Natürliche Farben kontrastieren mit künstlichen, fast digitalen Tönen im Sneakerbereich, wo Formen und Details für die Street- und Urbanwear mit Outdoorelementen kontaminiert werden, etwa bei der Kollektion von BIKKEMBERGS mit der Kreation futuristischer Modelle, die fast wie Raumboote aussehen, oder mit wichtigen Sohlen wie bei PACIOTTI oder La Voile Blanche.