Wiedergeburt in Outletcity

HUGO BOSS

BOSS rechnet im Durchschnitt mit bis zu 10.000 Kunden, die täglich im neuen Outlet einkaufen sollen. ©FT
Autor: Markus Oess

Wie schafft es eine Marke, ein neues Flagship-Outlet zu zelebrieren, ohne die Exklusivität der regulären Filialen und des Wholesale zu attackieren? Mark Langer, Vorstandschef des Metzinger HUGO-BOSS-Konzerns, bezeichnet das Outlet in Metzingen als Meilenstein. Rund 20 Prozent des Umsatzes sollen über Outlets hereinkommen. Metzingen spielt dabei eine herausragende Rolle.

„Enge Verbundenheit mit der Stadt Metzingen und der gesamten Region.“ Mark Langer, Vorstands-Chef der HUGO BOSS AG

Mark Langer, Vorstandschef von HUGO BOSS, hat es sich nicht nehmen lassen, das neue Flagship-Outlet in Metzingen persönlich auch offiziell zu eröffnen. Logistisch dürfte das auch nicht allzu aufwendig gewesen sein. Der Laden befindet sich in Outletcity Metzingen, dem Sitz des Unternehmens. Der ebenerdige Laden verfügt über eine Verkaufsfläche von 5.216 Quadratmetern und hat Platz für mehr als 70.000 Artikel. „Mit diesem Projekt unterstreichen wir als größtes ortsansässiges Unternehmen die enge Verbundenheit mit der Stadt Metzingen und der gesamten Region. Mit dem neuen Gebäude rücken wir wieder ins Zentrum der Outletcity“, sagt Langer.

Das neue Outlet ist mit Abstand das größte im Konzern. BOSS rechnet im Durchschnitt mit bis zu 10.000 Kunden, die täglich im neuen Outlet einkaufen sollen. Rund 20 Prozent seines Umsatzes macht der Konzern mit Outlets. Verkauft wird Ware der Vorsaison, ergänzt um NOS-Artikel wie Wäsche, Socken oder Polos, die ebenfalls aus der Vorjahressaison stammen. Ziel sei, so Lange, eine möglichst rentable Zweitvermarktung. Abgesehen vom Saisonwechsel soll das Preisniveau rund 30 Prozent unter den Schwarzpreisen liegen. Generell sei der Anteil der modischen Sportswear gestiegen und das komme mit Zeitversatz auch im Outlet an, so Langer. Mit dem Wholesale sieht er kein allzu großes Konfliktpotenzial, denn inzwischen seien Outlets ein marktüblicher Vertriebsweg. Das bisherige Outlet wurde 1972 eröffnet und „bildete den Grundstein für die Entstehung der Outletcity Metzingen“, heißt es in einer Mitteilung. Auch die Outlets zahlten laut Langer auf die Marke ein, schließlich würden die Kunden auch dort nicht den gesamten Bedarf decken können, sondern später dann auch im konventionellen Handel einkaufen, und zwar zu Schwarzpreisen.

Auf schnelle Warenversorgung ausgelegt ©FT

Der Aufbau des Stores ist auf eine schnelle und effiziente Warenversorgung ausgelegt, die Mitarbeiter haben stets schnellen Zugriff auf Lagerflächen, die sich außen um die einzelnen Segmente gruppieren. LED-Bildschirme und ein Leitsystem über Touchscreens sollen eine schnelle Orientierung sicherstellen. Zudem steht ein Änderungsservice bereit, um die Teile direkt anpassen zu lassen. Rund 200 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Das Outlet verfügt über 93 Umkleiden und 16 Kassenstationen, sämtliche marktüblichen Bezahlmethoden werden akzeptiert. Neu ist auch das CafeÏ Ñtimesì, wo regionale und nachhaltige Speisen und Getränke angeboten werden. Das erste eigene Café der Metzinger in einer eigenen Fläche überhaupt. Die Planungen für den Ladenbau hatte blocher partners übernommen.

Auch beim Bau des Outlets sei auf Nachhaltigkeit geachtet worden. So seien die verwendeten Materialien hinsichtlich Herkunft und Entsorgung nachhaltig und schadstofffrei. Das Dach verfügt neben der Begrünung über eine Fotovoltaikanlage mit rund 3.500 Quadratmetern. Eine intelligente Steuerung der Gebäudetechnik, Bewegungssensoren und LED-Beleuchtung sollen überdies den Energieverbrauch minimieren. Der Konzern hat auch den Bau des Objektes übernommen und in dieses insgesamt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investiert. Rund 100 Menschen waren in dem Projekt involviert.

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