BTE wehrt sich gegen Vorwürfe

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Vernichtung neuer Ware geringer als gemeldet

Der Handelsverband BTE, Köln, wehrt sich gegen Medienberichte, wonach rund zehn Prozent der im Handel angebotenen Kleidungsstücke mangels Kundennachfrage vernichtet würden. Nach eigenen Recherchen sei diese Behauptung so nicht nachvollziehbar. Es gebe nach Kenntnis des BTE gar keine umfassende Erhebung zu Warenvernichtung, an der sich alle großen Marktplayer im Textilsektor beteiligt hätten. Speziell für den Modefachhandel und den Online-Handel seien die veröffentlichten Vernichtungs-Zahlen zu hoch, heißt es unter Berufung auf zwei Erhebungen.

Laut dem Umfragepanel von hachmeister+partner (h+p) mit mehr als 900 teilnehmenden Modehändler mit einem Gesamtumsatz von rund 11 Milliarden Euro werden 5 bis 10 Prozent aller im Handel angebotenen Bekleidungsteile an einen Weiter-Verwerter abgegeben. Die Ware landet größtenteils im Ausland oder wird als Sonderposten angeboten. „Tatsächlich vernichtet wird davon nach h+p-Schätzungen nur ein kleiner Bruchteil“, heißt es dazu. Im Online-Handel wurden nach einer Studie der Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg in 2018 3,1 Prozent der zurückgeschickten Bekleidung entsorgt, weitere 1,6 Prozent gespendet. Hier müsse zudem berücksichtigt werden, dass die Online-Retouren nicht selten stark verschmutzt oder beschädigt seien, so dass die Vernichtungsquote überdurchschnittlich sein dürfte.  Auch verweist der Verband auf andere Branchen die bei Online-Retouren deutlich höhere Entsorgungsquoten hätten. Im Einrichtungsbereich liegt diese zum Beispiel bei 7,2 Prozent.

Allerdings solle der Modehandel sensibel mit dem Thema umgehen und weiter versuchen, bedarfsorientierter einzukaufen, so dass am Ende der Saison möglichst wenig Ware übrigbleibt. In diesem Zusammenhang appelliert der BTE an die Industrie, die Mindestordervolumina nicht weiter zu erhöhen, besser noch zu reduzieren.