Handelsverbände: Modehandel auf der Verliererstrecke  

©APROPOS – The Concept Store

Nicht alle geben Senkung der Mehrwertsteuer weiter

Während viele Einzelhandelsbranchen nach dem Lockdown verlorene Umsätze aufholen könnten, blieben der Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel die großen Verlierer der Corona-Krise, teilen die Handelsverbände Textil und Schuhe mit. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes sei der Umsatz des „stationären Einzelhandels mit vorwiegend Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren“ im Mai erneut stark um 22,5 Prozent gesunken. „Aufgelaufen per Ende Mai liegen die Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäfte beim Umsatz sogar um durchschnittlich 32,4 Prozent unter dem Vorjahr“, sagt Prof. Dr. Siegfried Jacobs von der Hauptgeschäftsführung der Handelsverbände Textil und Schuhe. Und auch im Juni zeige die Umsatzkurve nach unten.

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Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, dass manche Mode-Geschäfte die Senkung der Mehrwertsteuer aktuell nicht an die Kunden weitergäben. Sie brauchten diese Einsparung, um ihre eigene Existenz zu sichern – so wie die ebenfalls stark betroffene Gastronomie. „Dies ist auch ein kleiner Beitrag zum Erhalt attraktiver Innenstädte, die immer noch erheblich unter der Corona-Krise leiden“, sagt Prof. Jacobs. Ohnehin profitierten die Kunden von den saisonüblichen Rabatten, die die Steuersenkung überkompensiert hätten.