ESPRIT: Gläubiger stimmen zu

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Entschuldung im Herbst angestrebt

Unter Aufsicht des White & Case Partners Dr. Biner Bähr als Sachwalter hat der Modekonzern ESPRIT eine wichtiger Schritt zur Sanierung in Deutschland überwunden. „In sechs Gläubigerversammlungen am 19. August 2020 stimmten die Gläubiger einstimmig einer uneingeschränkten Fortführung des Geschäftsbetriebs von sechs deutschen Konzerngesellschaften zu, über deren Vermögen durch Beschlüsse des Amtsgerichts Düsseldorf vom 1. Juli 2020 jeweils Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden sind“, teilt White & Case mit. „Insgesamt sind wir auf einem sehr guten Weg und genau im Zeitplan“, sagt Dr. Bähr. „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Beteiligten herausfordernd. Wir haben aber eine klare Vorstellung, wie ESPRIT in Zukunft wieder profitabel arbeiten kann.“ Anders Kristiansen, CEO von ESPRIT, ergänzt: „Wie bei vielen in unserer Branche hat die Pandemie aufgrund vorübergehender Ladenschließungen und Veränderungen in der Stimmung unserer Konsumenten großen Einfluss auf unsere Umsätze. Der proaktive Einstieg in das Schutzschirmverfahren wird es uns ermöglichen, dass ESPRIT als Marke und Unternehmen erhalten bleibt.“

ESPRIT hatte im zurückliegenden Berichtszeitraum 52 Prozent des weltweiten Umsatzes von circa 1,4 Mrd. Euro in Deutschland generiert. Angesichts der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Schließung aller Ladenlokale in Deutschland hatte Geschäftsleitung von ESPRIT Ende März 2020 ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Zusammen mit dem neu bestellten Generalbevollmächtigen, Detlef Specovius (Schultze & Braun) sowie einem Team aus der Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Führung der beiden Partner Prof. Dr. Georg Streit und Dr. Marc Scheunemann wurde den Angaben zufolge ein umfangreiches Restrukturierungskonzept umgesetzt. Ziel sei es, ESPRIT im Rahmen von Insolvenzplanverfahren noch im Herbst dieses Jahres vollständig zu entschulden. Die letzten Arbeiten an den Insolvenzplänen werden derzeit vorgenommen.