LUDWIG BECK verliert massiv Umsatz

©LUDWIG BECK AG

Folgen des COVID-19 -Jahres

Der Münchner Modekonzern LUDWIG BECK hat im Geschäftsjahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie einen drastischen Umsatzrückgang verkraften müssen, teilt das Unternehmen mit. „Durch den Lockdown im Frühjahr 2020, den Lockdown Light im November 2020 sowie den erneuten Lockdown Mitte Dezember 2020, der das für den Einzelhandel wichtigste 4. Quartal und das Weihnachtsgeschäft betraf, mussten Umsatzeinbußen in nie dagewesener Höhe hingenommen werden“, heißt es dazu. So lag der Brutto-Umsatz mit 60,4 Millionen Euro rund 36,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Segment „Textil“ erzielte der Konzern mit 39,2 Millionen Euro sogar 42,4 Prozent weniger Erlös. Im Segment „Nontextil“, dem auch der Beauty & Fashion Onlineshop unter www.ludwigbeck.de zugerechnet wird, fällt das Umsatzminus mit 22,7 Prozent auf 21,1 Millionen Euro geringer aus. „Einzig erfreulich entwickelte sich der Onlineumsatz, der die Umsatzeinbrüche des stationären Handels jedoch bei weitem nicht kompensieren konnte“, kommentiert das Unternehmen.

Entsprechend der Umsatzentwicklung lag der Nettorohertrag mit 20,5 Millionen Euro rund 28,3 Prozent unter Vorjahr. Das Finanzergebnis betrug -2,4 Millionen Euro, im Vorjahr waren es -2,3 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) beläuft sich -4,3 Millionen Euro, das im Vorjahr auf 4,6 Millionen Euro. Das Konzerngesamtergebnis verbesserte sich von -13,9 Millionen Euro auf -1,7 Millionen Euro. Hintergrund sind starke Belastungen nach dem Verkauf von Wormland. Im Vorjahr betrug das Ergebnis des Teilkonzerns LUDWIG BECK noch 3,4 Millionen Euro, das Ergebnis des Teilkonzerns WORMLAND schlug hingegen mit -17 Millionen Euro auf das Ergebnis nach Steuern durch. Wie der Konzern weiter ausführt, sei der Konzernverlust 2020 nicht durch staatliche Corona- bzw. Überbrückungshilfen entlastet gewesen, da LUDWIG BECK bis Ende des Geschäftsjahres nicht in das Raster der antragsberechtigten Unternehmen gefallen sei. Lediglich der Personalaufwand sei durch KUG-Zahlungen teilweise gemindert worden. Um die negativen Folgen auf die Liquidität des Unternehmens abzufedern, hat LUDWIG BECK 2020 ein mittelfristiges LfA-Darlehen in Höhe von 10 Millionen Euro aufgenommen. Mangels Gewinn fällt auch die Dividende flach.

Aufgrund der anhaltenden Unwägbarkeiten der COVID-19-Pandemie und dem diffusen  Infektionsgeschehen sowie den daraus resultierenden Folgen für die Weltwirtschaft, die deutsche Wirtschaft, den Einzelhandel und LUDWIG BECK sei nicht abschätzbar, in welchem Umfang die Konjunktur weiterhin negativ beeinflusst werde. „Durch den erneuten Lockdown Mitte Dezember 2020 und die Ungewissheit über die weitere Entwicklung sieht das Management zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit, eine seriöse Prognose zu Umsatz und Ertrag für das Geschäftsjahr 2021 abzugeben. Es ist nicht einzuschätzen, in welchem Umfang die Umsatz- und Ertragssituation von LUDWIG BECK durch die anhaltende Pandemielage beeinflusst wird. Die Schließung des Kaufhauses, das Ausbleiben von Kunden insbesondere Touristen, Lieferantenengpässe oder mögliche weitere behördliche Maßnahmen können auch das Geschäftsjahr 2021 weiter erheblich negativ beeinflussen“, heißt es abschließend. Der Konzern hat staatliche Hilfen in Form von Fixkostenerstattungen im Zuge der „Überbrückungshilfe III“ beantragt. Inwieweit die beantragten Gelder auch tatsächlich und vollumfänglich fließen würden, sei aber offen.