van Laack vermarktet Schnelltests 

©Screenshot www.vanlaack.com

Millionen-Importe aus China

Der Hemdenhersteller van Laack will künftig Corona-Schnelltests für Laien verkaufen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nach dem Verkauf von mehr als 120 Millionen Stoffmasken wolle das Unternehmen Corona-Selbsttests des Herstellers Lepu Medical aus China importieren, sagt Firmenchef Christian von Daniels in dem Bericht. Derzeit seien vier Millionen Tests auf Lager, weitere sechs Millionen sollen bis Ende März dazuzukommen. Ab April sollen dann 20 Millionen Tests pro Monat geliefert werden. Daniels will die Tests in seinen Shops, vor allem aber an Firmen und den Einzelhandel verkaufen.  Caroline Lamparter, Head of Marketing van Laack, bestätigt das Vorhaben gegenüber FT. „Wir sind im Ausbau unserer van Laack Health Care Produktlinie und beliefern verschiedene Firmen mit Infektionsschutzkitteln, textilen Masken und OP-Hauben“, sagt Lamparter.

Bei dem Import der Schnelltests kooperiert van Laack mit der Handelsfirma Kingline aus Erlangen, die unter anderem Schutzkittel verkauft, die wiederum van Laack herstellt. Laut Bericht übernimmt van Laack die Finanzierung, Umverpackung und Distribution der Tests. Die Firma muss aber noch auf grünes Licht des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warten. Von Daniels betonte, dass es sich um den gleichen Test handele, der schon seit Ende Januar in Österreich massenhaft eingesetzt werde.

Im Dezember vergangenen Jahres war van Laack mit dem Verkauf von 1,25 Millionen Stoff-Masken an die Polizei von Nordrhein-Westfalen. Der Vorwurf: Das Geschäft sei nicht ordentlich ausgeschrieben worden. Den Deal vermittelte der Sohn von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Johannes Laschet. Der Kauf wurde gestoppt und neu ausgeschrieben. Auch gab es zu der Zeit Kritik an den Schutzkitteln, die van Laack herstellt. Diese würden nach Recherchen von Capital und Stern nicht den Anforderungen des Infektionsschutzes genügen und schnell zerreißen, woraufhin diese von mehreren Uniklinken ausgemustert worden seien. Das Unternehmen widersprach seinerzeit gegenüber Capital Vorwürfe, die Qualität der Produkte sei nicht ausreichend.

„Aktuell läuft eine öffentliche Ausschreibung der Polizei NRW an textilen Mund Nasen Masken, an der auch die van Laack GmbH teilnimmt. Die Angebotsfrist läuft bis Ende März, weitere Informationen liegen uns derzeit nicht vor“, sagt nun Lamparter gegenüber FT. Was die Kittel angeht, sei ihr nicht bekannt, dass sie den Infektionsschutzvorgaben nicht entsprächen. „Ganz im Gegenteil unser Kittel wurde exakt einem spezifischen Auftrag des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) entsprechend in dieser Materialqualität produziert und ist vom IFA geprüft und freigegeben.“ Die Kittel seien vollkommen fehlerfrei im Sinne des Auftrags ausgeführt und vor etlichen Monaten kostenfrei durch das MAGS an über 1.000 Medizin und Pflegeeinrichtungen verteilt worden. „Überdies gibt es in unserem Kittelangebot auf Wunsch, Kittel mit anderen Materialspezfikationen und Konsistenzen“, sagt Lamparter. Die Mönchengladbacher schätzen den Umsatz mit dem Sektor Schutzkleidung bis zum Abschluss des laufenden Geschäftsjahres bis 31. April auf mehr als 100 Millionen Euro.