BTE: Umsatz mit Bekleidung und Textilien gestiegen

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64 Milliarden Euro Branchenvolumen

Nach ersten Hochrechnungen des Kölner Handelsverbandes BTE ist der gesamte Einzelhandelsumsatz mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien im vergangenen Jahr um gut 5 Prozent auf rund 64 Milliarden Euro (inklusive Mehrwertsteuer) gestiegen. Allerdings gab es in der Branche nur einen Gewinner. Denn nachdem 2020 die Umsätze fast aller stationären Vertriebsformate um fast ein Viertel eingebrochen waren, sind die Erlöse im letzten Jahr aufgrund des langen Lockdowns erneut gesunken. Dafür konnten die Zuwächse im Onlinehandel den abermaligen Rückgang mehr als ausgleichen. Der Umsatz des Vor-Corona-Jahres 2019 in Höhe von 67 Milliarden Euro wurde indes deutlich verfehlt.

Die Umsätze speziell des stationären Textilfachhandels (inklusive Haus- und Heimtextilien) sanken im vergangenen Jahr um etwa fünf Prozent auf rund 29 Milliarden Euro. Die Textil- und Bekleidungsumsätze von Warenhäusern, Lebensmitteldiscountern und anderen stationären Geschäften ohne textilen Schwerpunkt fielen den Angaben zufolge um einen einstelligen Prozentsatz auf rund 14 Milliarden Euro. Hingegen hat der Umsatz des Versand- beziehungsweise Online-Handels um fast ein Viertel auf circa 21 Milliarden Euro zugelegt. Dadurch stieg dessen Marktanteil auf rund 33 Prozent.

Für das laufende Jahr erhoffe sich vor allem der stationäre Textil- und Modehandel eine Belebung der Kundennachfrage, die derzeit durch die hohen Inzidenzen und auch den Krieg in der Ukraine und dessen Folgen deutlich beeinträchtigt werde. „Zwar hat es in den letzten Wochen immer wieder Tage mit erfreulicher Resonanz gegeben, die Umsätze und vor allem die Kundenfrequenzen liegen aber in der Regel immer noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau. Die stationären Modegeschäfte brauchen daher weiterhin staatliche Unterstützung, die unbedingt auch unterhalb der bisherigen Schwelle von 30 Prozent Umsatzverlust bei den Überbrückungshilfen einsetzen muss“, fordert der Verband. Unabdingbar für das Überleben tausender Textil-, Schuh- und Modegeschäfte seien zudem Investitionen in die Innenstädte. Nach einer aktuellen BTE-Kundenbefragung aus den beiden ersten März-Wochen bleibt der Einkauf das meistgenannte Motiv für einen Innenstadt-Besuch. Der Modehandel wurde dabei von zwei Drittel der Befragten als Ziel angegeben.