Auf grünen Sohlen

Kommentar

©Vitali Diller

Autor: Maximilian Fuchs
 

Nische gefunden und besetzt

Das Beispiel PLANETICS zeigt, wie sehr die Welt dabei ist, sich zu wandeln. Die smarten Gründer hatten zur rechten Zeit die richtige Idee und haben mit ihrer Plattform für nachhaltige Sportartikel eine spezielle Nische besetzt, die großes Zukunftspotenzial innehält. Denn für Konsumentinnen und Konsumenten wird es immer wichtiger, unter welchen Bedingungen das Produkt gefertigt wurde und wie der ökologische Fußabdruck der Ware ist. Dass es dabei nicht mehr ausreicht, ein beliebiges Eco-Siegel aufzudrucken, um damit in Greenwashing-Manier für Beruhigung zu sorgen, ist abzusehen. Daher sind die klaren Kriterien für Marken, die gelistet werden wollen, ein sehr guter Weg, um Transparenz zu schaffen.

Das Problem mit der Entsorgung

Nicht nur bei der Produktion, auch bei der Entsorgung ist Transparenz so eine Sache. Jedes Jahr werden rund 1,4 Milliarden Paar Sneaker verkauft, doppelt so viele wie noch 2012. Wie es um die Entsorgung der alten Treter steht, dazu haben die Kollegen von NDR, Zeit und dem Recherche-Start-up Flip ein aufwendiges Experiment durchgeführt. Elf Prominente haben ihre alten Schuhe zur Verfügung gestellt, die mit GPS-Sendern ausgestattet wurden. Insgesamt wurden so 22 Paar alte Sneaker über verschiedene Entsorgungskanäle abgegeben und auf ihrem Weg beobachtet. Der gesamte Prozess wird mit dem Podcast „Die Sneakerjagd“ begleitet, in jeder Folge gibt es Neuigkeiten über den Weg der Schuhe. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Entsorgung der abgegebenen Schuhe nicht immer so passiert, wie es an der Abgabestelle suggeriert wird.

Die Sport-Branche muss sich wandeln

Dass die Sportswear-Produzenten ein besonderes Interesse am Schutz und Erhalt der Umwelt haben müssten, liegt wohl nicht zuletzt daran, dass ein Großteil der sportlichen Aktivitäten im Freien stattfindet. Doch die Sport-Branche „muss sich entscheidend wandeln“, so die Ergebnisse der aktuellen Studie „Sporting Goods 2021“, die von McKinsey gemeinsam mit dem Weltverband der Sportindustrie (WFSGI) publiziert wurde. „Es wird Sieger und Verlierer geben. In solch schwierigen Zeiten kann man ein Vermögen verdienen oder scheitern“, wie Alexander Thiel, Partner bei McKinsey, zusammenfasst. Ein Aspekt der Studie ist das Thema Nachhaltigkeit in der Sportindustrie. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Angebot nachhaltiger Produkte zuletzt pro Jahr um 64 Prozent gewachsen ist. Aber diese Entwicklung muss weiter beschleunigt werden. Bis 2025 müssen laut McKinsey 25 Prozent der Sportprodukte nachhaltig sein: Das ist fünfmal so viel wie derzeit.