„Es gibt ein Umdenken“

TOM RIPLEY

„Wir liegen mit TOM RIPLEY aufgelaufen bei plus 25 Prozent." Wolfgang Müller, hajo POLO & SPORTSWEAR, alle Bilder ©hajo POLO & SPORTSWEAR

Autor: Markus Oess
Die Zeit spiele TOM RIPLEY in die Hände, sagt Wolfgang Müller, Chef von hajo POLO & SPORTSWEAR, Weiden. Er hat die Premiummarke zur Saison Herbst/Winter 2019/20 gelauncht. Die Menschen kauften hochwertiger und bewusster ein. Genau das biete das Label. Vertrieblich ist die Aufbauarbeit abgeschlossen. Müller freut sich auf den Saisonstart und die damit verbundene Rückkehr der PREMIUM in Berlin. „Wir werden alles tun, um die Messe für die PREMIUM GROUP und für uns zum Erfolg zu machen“, betont der Firmenchef.

Wir waren dank der vollstufigen Produktion in Italien lieferfähig.“ Wolfgang Müller, GF hajo POLO & SPORTSWEAR

FT: Herr Müller, im Rückblick auf die Pandemie stellt sich heraus, dass Casual doch nicht die Formal Wear getötet hat, im Gegenteil. Es endet mit einem Freispruch für Casual. Was hat COVID-19 überhaupt nachhaltig modisch verändert?
Wolfgang Müller: „Ich glaube tatsächlich, dass sich das Verbraucherverhalten verändert hat. In der Pandemie, aber auch gerade in Zeiten hoher Inflation kaufen die Menschen hochwertiger ein. Sie suchen Qualität und wollen wissen, was sie auf ihrer Haut tragen und unter welchen Umständen das Teil produziert wurde. Mit unserem Premiumprodukt TOM RIPLEY haben wir darauf die richtigen Antworten.“

Die Verbraucher denken und konsumieren demnach nachhaltiger?
„Absolut. Natürlich wird jetzt nicht jeder gleich zum Umwelt-Aktivisten und es können sich auch nicht alle Menschen in diesem Land ein Premiumprodukt leisten, aber gerade bei denen, die mit einem entsprechend guten Einkommen ausgestattet sind, gibt es erkennbar ein Umdenken. Unsere Modelle werden überwiegend aus natürlichen Materialien gefertigt. Künstliche Fasern setzen wir nur in geringen Anteilen ein, wenn sie die Eigenschaften von Naturfasern optimieren oder der Langlebigkeit des Kleidungsstücks dienen. Alle Funktionalitäten erreichen wir durch die materialspezifischen Merkmale der verwendeten Garne oder durch besondere Spinn- und Strickverfahren. Alles gute Argumente, TOM RIPLEY zu kaufen.“

Wie ist die Kollektion Frühjahr/Sommer 2023 überschrieben, was sind die Key-Trends?
„Wir überschreiben die Kollektionen bei TOM RIPLEY traditionell nicht, wir wollen die Ware sprechen lassen und setzen voll auf Qualität und gutes Aussehen. Wir übersetzen nostalgische Wow-Effekte in die Gegenwart mit Produkt- und Markenattributen aus einer positiv gestimmten Zeit, als auf die Eleganz und Klasse von Mode Wert gelegt wurde. Wir setzen auf individuellen Retro-Charme für alle, die das Besondere lieben, und eine zeitlose Optik mit zahlreichen funktionalen Features. Wir nutzen die Farbpalette der italienischen Küste: mediterrane Farbtöne wie Laguna und Petrolio, Grün und Blau. Klassisch dazu kommt noch der Braunton Mahagoni.“

Gibt es Sortimentserweiterungen?
„Nein, Strickbadehosen wird es bei TOM RIPLEY nicht geben. Aber dafür haben wir mit Supima® Cotton das Spektrum von Topqualitäten um eine weitere Naturfaser ergänzt. Saisonunabhängig setzen wir im Strickbereich primär ,Pearl Cotton‘ sowie Leinen und Leinenmischungen ein, bei Poloshirts die Edelbaumwolle ,Filo di Scozia Vintage‘ sowie die flexible Baumwollkomposition ,ElastiCotton‘. Wir haben auch ein Polo aus ägyptischer Mako-Baumwolle im Programm, ein superangenehm zu tragendes Teil. Bei Strick verarbeiten wir zudem ein Seidenmischgewebe aus Biobaumwolle.“

Sie wollten 2022 um 5 Prozent zulegen. Sind Sie mit TOM RIPLEY im Plan?
„Mehr als das. Wir liegen mit TOM RIPLEY aufgelaufen bei plus 25 Prozent. Es war gerade unter COVID-19 schwer, Neukunden zu gewinnen, aber wir haben es geschafft. Inzwischen zählen wir 70 bis 80 Kunden. Mittelfristig sollen es 120 plus werden.“

Wie sind Sie mit den allgemeinen Beschaffungsproblemen klargekommen?
„Abgesehen von kleineren Lieferverzögerungen war das für uns kein Thema. Wir waren dank der vollstufigen Produktion in Italien lieferfähig.“

Welche Vorsorge haben Sie getroffen, um Ausfälle zu vermeiden?
„Aufgrund unserer nah gelegenen Produktion mussten wir keine großartigen Vorkehrungen treffen. Wir haben aber immer frühzeitig das Lager wieder aufgefüllt, um Engpässe zu vermeiden. Das werden wir auch in den kommenden Monaten so beibehalten.“ 

Gab es Preiserhöhungen?
„Die Flut hebt alle Boote. Da kommt heute keiner dran vorbei. Die hohe Inflation und gebrochene Lieferketten sowie der Ukrainekrieg werden generell Verteuerungen von 8 bis 10 Prozent bringen. Wir sind in der Preisrange von 99 Euro für Poloshirts und 149 Euro für Strickwaren in Seide und Baumwolle geblieben, haben aber die Preisstruktur angepasst.“

Vertrieblich gibt es noch Neues zu berichten?
„Ja, unser Vertrieb steht jetzt: Für Nordrhein-Westfalen haben wir ab 1. Juli in Düsseldorf in der Uerdinger Straße eine neue Agentur unter der Leitung von Klaus Fischer, der auch ALBERO vertritt. Ein starker Partner, von dem ich mir viel verspreche. Und wir haben ab 1. Juli in München einen eigenen Showroom für hajo und TOM RIPLEY. Von den 140 Quadratmetern Fläche sind 50 Quadratmeter für TOM RIPLEY vorgesehen.“

„Wir werden alles tun, um die Messe für die PREMIUM GROUP und für uns zum Erfolg zu machen.“

Sie gehen mit TOM RIPLEY auf die PREMIUM in Berlin. Was erwartet die Händler dort?
„Endlich geht es wieder los. Wir werden alles tun, um die Messe für die PREMIUM GROUP und für uns zum Erfolg zu machen. Wir haben eigens auf einer Fläche von 50 Quadratmetern aus dem Film ,Der talentierte Mr. Ripley‘ den Club Vesuvio aus der legendären Nachtclub-Szene in Neapel nachempfunden, nur dass statt der Spritflaschen unsere Polos und Strick präsentiert werden. Der Einzelhandel hat es aktuell nicht einfach, denn auf der einen Seite befinden wir uns aktuell in einer Ausnahmesituation, deren Ausgang nicht absehbar ist, auf der anderen Seite muss er ordern, um nicht wie in den zurückliegenden Wochen und Monaten zu wenig Ware zu haben, weil die NOS und Seasonals leergelaufen sind. Ich hoffe, Berlin bringt den Knoten zum Platzen. Ich bin aber optimistisch, dass wir eine gute Order haben werden.“

Wird dann im kommenden Winter auch hajo ausstellen?
„Im kommenden Winter nicht, aber für den Sommer 2023 kann ich mir das sehr gut vorstellen.“

TOM RIPLEY Frühjahr/Sommer 2023

Mit qualitativ hochwertigen Kollektionen transportiert TOM RIPLEY nostalgische Effekte in die Gegenwart. Die Modelle sind sowohl als Allover-Retro-Look wie auch als Statement Piece zu einem sonst modernen Outfit kombinierbar. Das Design mit klassischen Elementen und zeitgemäßer Funktionalität ist auf Langlebigkeit ausgerichtet – und auf Nachhaltigkeit.

Die Modelle werden fair in mittelständischen italienischen Familienbetrieben gefertigt und entsprechen den Prinzipien der Slow Fashion.

Die Farbpalette spiegelt einen entspannten Tag an der italienischen Küste wider.

Das Produktportfolio umfasst saisonunabhängige Materialien wie „Pearl Cotton“ sowie Leinen und Leinenmischungen oder „ElastiCotton“. Neu ist Supima® Cotton. Die Preisrange geht von 99 Euro für Poloshirts bis 149 Euro für Strickwaren in Seide und Baumwolle. Die 35-teilige Kollektion wird erstmals am 7. Juli 2022 auf der PREMIUM in Berlin präsentiert. Danach kann sie in den Showrooms oder online im eigenen Händlerportal geordert werden.