Modehandel: Umsatzplus im ersten Halbjahr

©Igedo Company

Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht

Der Kölner Handelsverband BTE bezeichnet erste Halbjahr für den deutschen Modehandel als Wechselbad der Gefühle. „Nach einem schwachen Jahresauftakt bescherte das Frühjahr der Branche hohe Zuwachsraten gegenüber dem Jahr 2021 – zum Teil sogar über den Werten von 2019. Im Juni erlebte der Fashionhandel wieder einen Rückschlag, der primär auf die schlechte Konsumstimmung als Folge von Ukraine-Krieg und der dadurch ausgelösten (Energie)Preissteigerungen zurückzuführen ist“, bilanziert der Verband auf einer gemeinsamen Branchenpressekonferenz anlässlich der anstehenden FASHN ROOMS in Düsseldorf auf dem Areal Böhler. Neben dem BTE nahmen auch das Deutsches Mode-Institut DMI, GermanFashion Modeverband Deutschland e.V, Dr. Michael J. Rauterkus, Beigeordneter für Wirtschaft, Digitalisierung, Personal und Organisation der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Igedo Company teil.

Aufgelaufen dürfte der stationäre Modefachhandel seinen Umsatz im ersten Halbjahr nach ersten BTE-Schätzungen gegenüber 2021 mehr als verdoppelt haben. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 dürfte der Umsatz der Boutiquen und Modehäuser aber immer noch 10 bis 20 Prozent niedriger liegen. Vergleichsweise gut ist die Situation aktuell in mittelständischen Modehäusern und Fachgeschäften. Je mehr die Kunden jedoch ihr Geld zusammenhalten müssen, desto eher besteht dagegen die Gefahr, dass auf den Bekleidungseinkauf verzichtet werden muss. Entsprechend sind preisgünstige Anbieter stärker unter Druck. Nach vorläufigen Berechnungen des BTE ist der gesamte Einzelhandelsumsatz mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien im letzten Jahr um rund 5 Prozent auf rund 64 Milliarden Euro (inklusive Mehrwertsteuer) gestiegen. Zwar sanken die Umsätze fast aller stationären Vertriebsformate erneut, die Zuwächse im Onlinehandel konnten dies aber mehr als ausgleichen. Der Umsatz des Vor-Corona-Jahres 2019 in Höhe von 67 Milliarden Euro wurde aber deutlich verfehlt. Die Erlöse des stationären Textilfachhandels (inklusive Haus- und Heimtextilien) sanken um rund 5 Prozent auf rund 29 Milliarden Euro. Die Textil- und Bekleidungsumsätze von Warenhäusern, Lebensmitteldiscountern und anderer stationärer Geschäfte ohne textilen Schwerpunkt fielen nach BTE-Schätzungen ebenfalls um einen einstelligen Prozentsatz auf rund 14 Milliarden Euro. Um fast ein Viertel auf circa 21 Milliarden Euro zugelegt hat dagegen der Umsatz des Versand- beziehungsweise Onlinehandels, wodurch dessen Marktanteil in 2021 auf rund 33 Prozent gestiegen ist.

Vom 21. bis 25. Juli laufen auf dem Areal Böhler die FASHN ROOMS mit integriertem Showroom Concept. „Hier geht es ums Erleben, Entdecken und Kombinieren. Dabei kommt es nicht auf die Größe des Geschäfts an. Hier finden speziell kleinere und mittlere Händler die Produkte, die einen guten Mix und damit den Store der Zukunft ausmachen“, sagt Igedo Geschäftsführerin Ulrike Kähler. Zur kommenden Ausgabe öffnet die FASHN ROOMS mit Beauty und Green Rooms neue Segmente. Mit ADDITIONALS wird es überdies Angebote von Beauty- und Lifestyleprodukte geben. Der Herstellerverband GermanFashion präsentierte Branchenzahlen der heimischen Textilindustrie.