Nachgefragt
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) meldet trotz schwacher Konjunktur eine stabile Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. Laut der DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 mit rund 14.000 teilnehmenden Betrieben bieten sieben von zehn Ausbildungsbetrieben genauso viele oder mehr Plätze an als im Vorjahr. Bei Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen verkleinern dagegen 40 Prozent ihr Ausbildungsangebot.
Größte Herausforderung bleibt der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern: Fast jeder zweite Betrieb konnte im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Die Unternehmen sehen vor allem Defizite bei Arbeits- und Sozialverhalten sowie bei kognitiven und schulischen Grundkompetenzen. Dennoch unterstützen drei Viertel der betroffenen Betriebe Auszubildende mit Startschwierigkeiten etwa durch Nachhilfe.
„Die Berufliche Bildung ist ein Erfolgsrezept, sie braucht aber gute Rahmenbedingungen“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. Sie fordert strukturelle Reformen in Wirtschafts- und Bildungspolitik sowie mehr praktische Berufsorientierung an Schulen. Laut Umfrage übernehmen zwei Drittel der Betriebe alle Absolventinnen und Absolventen ihrer dualen Ausbildung. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen wollen ehemalige Azubis auch künftig bei Weiterqualifizierungen unterstützen.


