Worte sagen mehr

Markus Oess, ©FT

Nicht ganz zwei Monate sind seit dem Lockdown in Deutschland vergangen und einigen gehen die mit Recht vorsichtig eingeleiteten Lockerungen nicht schnell und vor allem nicht weit genug. Sogleich ist die Rede von der Diktatur der Virologen und es entsteht auch, medial befördert, der Eindruck, dass Massen auf den Straßen für die Freiheit der Deutschen demonstrieren. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich genau diese Massen als ein doch recht überschaubares Häuflein, das sich gern und offenbar zu oft mit verworrenen Verschwörungstheorien beschäftigt. Sei es drum, Pegida ist auch nicht das Volk. Und um im Bild zu bleiben: Ich kann nicht mit Vollgas um die Ecke kommen, wenn ich erst 14 Tage (!) später – so lange ist der Zeitversatz, um ablesen zu können, ob die Lockerungen die Neuinfizierungen hochschnellen lassen – weiß, was mich da erwartet. Und das sei bei allem Abstand und kritischen Menschenverstand gesagt, ich vertraue der Expertise renommierter Wissenschaftler, nicht selbst ernannten Experten und Verschwörungstheoretikern, deren Horizont sich bis zum nächsten Maschendrahtzaun erstreckt. Deutschland kommt gut durch diese Pandemie und so soll es bleiben! Harte Worte, mag sein. Nur, manchmal ist es an der Zeit, sich klar zu positionieren.

Die Welt dreht sich weiter und wir haben natürlich bei der Industrie und dem Handel nachgefragt, wie es angelaufen ist, nachdem die Läden wieder öffnen durften. Und es verwundert kaum, dass dabei ein wenig beschauliches Bild herauskommt. Wie auch? Trotzdem gilt das, was auch die letzte Finanzkrise gezeigt hat. Es bringt nichts, die Augen zu verschließen und in eigener Selbstüberhöhung tatenlos dem Abgrund zuzutaumeln (wie es gar Regierungschefs mächtiger Staaten tun). Die Prognosen fallen düster aus und wir durchleben zweifellos schwere Zeiten – menschlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Aber, das sei gesagt, ob sich aber Worst-Case-Szenarien bewahrheiten, scheint unwahrscheinlich, dafür sind der Selbsterhaltungstrieb und die Leistungsfähigkeit aller Beteiligten zu groß. Die Geschichte lehrt: Krisen bieten Chancen, wenn wir die Zeichen richtig deuten und ernst nehmen. Im Markt und bei Themen wie dem CO2-Footprint oder Messen. Etwas Optimismus ist gar nicht so schlecht. Und unser Musiktipp hilft garantiert bei Schwermut.

Wir kümmern uns diesmal auch um die Bekleidung von Menschen, die im wahrsten Wortsinn nicht normal sind. Das ist nicht der Rede wert, kann aber bei der Wahl der passenden Kleidung mangels Angebot zu Versorgungsengpässen führen. Es geht um Bekleidung, deren Träger aus dem Normenbereich fallen. Da gibt es Nischenanbieter wie AUF AUGENHÖHE und bekannte Player wie HIRMER. Wir werfen einen Blick auf diesen Markt. Und auch das sei gesagt: Es geht um den Markt und nicht darum, ob Menschen groß oder klein, kräftig oder hager sind, denn das ist wie gesagt keiner Rede wert. Es sei denn, die Menschen selbst sind bemerkenswert, und das sei gesagt, das hängt einzig von ihrer Persönlichkeit ab, so wie beim Tote-Hosen-Schlagzeuger Vom Ritchie oder beim Skater und Künstler Markus Buddenbrock.

Ihr

Markus Oess