Seidensticker Group baut weiter Stellen ab

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60 Kündigungen in Bielefeld

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stelle auch die Seidensticker Group vor immense Herausforderungen. Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 (per 30.04.) rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent, teilen die Bielefelder mit. „Die Bekleidungsbranche ist von den Folgen der Corona-Krise in besonderer Weise betroffen. Derzeit können wir nicht abschätzen, wann sich der Markt stabilisiert, gehen aber davon aus, dass das Konsumverhalten über mindestens ein Jahr sehr zurückhaltend sein wird“, sagt Gerd Oliver Seidensticker, geschäftsführender Gesellschafter der Seidensticker Group. Das Unternehmen kündigt einen weiteren Stellenabbau an. Die Zukunft der Unternehmensgruppe solle mittels einer NRW-Landesbürgschaft gesichert werden, wobei die finanzierenden Banken diesen Prozess seit Beginn der Corona-Krise unterstützten. Aber aufgrund der aktuellen Herausforderungen sehe sich das Unternehmen dazu gezwungen, die Kostenstruktur noch einmal anzupassen. Insgesamt wird es knapp 60 betriebsbedingte Kündigungen am Standort Bielefeld geben. Weltweit beschäftigt die Gruppe rund 2.300 Mitarbeiter/innen. Neben dem Beschaffungsbüro in Hongkong und den vier eigenen Produktionsstätten in Vietnam und Indonesien wird Seidensticker für das Headquarter am Standort Bielefeld festhalten und den Fokus auf die Marke Seidensticker sowie dem Private Label Geschäft richten.

„Bereits vor Corona haben wir in vielen Bereichen damit begonnen, digitale Prozesse umzusetzen, angefangen bei der Kollektionserstellung bis hin zur Präsentation per virtuellem Showroom. Neben diesen Maßnahmen werden wir auch Serviceleistungen zum Teil outsourcen und uns somit wesentlich schlanker aufstellen“, sagt Dr. Silvia Bentzinger, CEO der Marke Seidensticker. Sämtliche geplanten Maßnahmen seien dem Betriebsrat bereits vorgestellt worden. Die Verhandlungen mit diesem und der zuständigen Gewerkschaft unter Einbeziehung aller rechtlichen und sozialen Parameter seien erfolgt und mit dem gemeinsamen Ziel eines sozialverträglichen Personalabbaus abgeschlossen worden.