BTE fordert Hilfen

Rolf Pangels ©BTE

Krisenabwehr

Angesichts der Insolvenzen und Geschäftsaufgaben, die nicht nur Großunternehmen, sondern auch kleine und mittlere Fashion- und Schuhhändler betreffen, fordert der Handelsverband BTE mehr Unterstützung für die Firmen. Nach Überzeugung des BTE seien neben unternehmensspezifischen Faktoren und den drastischen Kosten- und Preissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges zu einem erheblichen Teil auch die Nachwirkungen der Corona-Beschränkungen verantwortlich. Denn während der Pandemie hätten viele Unternehmen der Modebranche ihre Reserven zur Rettung ihrer Existenz und der Arbeitsplätze komplett aufgebraucht. Gleichzeitig müssten Kredite getilgt werden und es drohten Rückzahlungen von Coronahilfen. Neue Mittel für Investitionen, die Firmen zur notwendigen Attraktivitätssteigerung ihrer Geschäfte einsetzen könnten, würden oftmals von den Kreditinstituten unter anderem auch mit Verweis auf die generell schwierige Lage der Branche verwehrt.

WERBUNG

„In unseren Branchen zeigen sich die Langzeitfolgen der staatlichen Coronapolitik auf drastische Weise“, sagt Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des BTE. „Die Politik hat den Modehandel eine lange Zeit mit Geschäftsschließungen belegt, obwohl er nachweislich nie ein Pandemietreiber war. Hierfür muss sie jetzt die Verantwortung übernehmen.“ Vorstellbar wären etwa ein nachträglicher Zinsverzicht für die KfW-Kredite oder längere Rückzahlungszeiträume. Darüber hinaus sollte über neue und zielgerichtete Förderungen für den innerstädtischen Einzelhandel nachgedacht werden.

„Zudem sehen sich viele Unternehmen des Modehandels zusätzlich immer neuen Herausforderungen und Kosten ausgesetzt, die sich etwa aus den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ergeben“, sagt Pangels. Nach Ansicht des BTE dürfe es aber in den jetzigen, schwierigen Zeiten keine weiteren Auflagen für die Branche geben, sondern vielmehr einen Aufschub der Umsetzung des LkSG für die nächsten zwei Jahre und keine Überregulierungen im Bereich Nachhaltigkeit. Auch gefährden oftmals steigende Indexmieten und Tarifsteigerungen die Existenz vieler Unternehmen im Mode- und Schuhhandel. Von den Kommunen verlangt der BTE sinnvolle Maßnahmen zur Stärkung des innerstädtischen Handels. Langfristige Pläne und Visionen zum umfangreichen Innenstadt-  beziehungsweise Stadtumbau seien zwar richtig, bräuchten jedoch längere Zeit zur Umsetzung. Und: „Die Kommunen müssen auch unbedingt an den Basics arbeiten, hier liegt unserer Auffassung nach doch vielfach Einiges im Argen. Manchmal reicht z.B. das regelmäßige Leeren von Mülleimern sowie die Beseitigung von Müll und Dreck oder das Bereitstellen öffentlicher Bänke und sauberer öffentlicher Toiletten, um eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre zu schaffen“, sagt Pangels. Auch die Einzelhandelsflächenausweitung auf der grünen Wiese verschärfe die Situation zusätzlich.

WERBUNG