AIRPAQ: Rucksäcke aus Autoschrott

Der ‚Airpaq' Rucksack wird größtenteils aus alten Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschlössern produziert. Bild: AIRPAQ
Der ‚Airpaq' Rucksack wird größtenteils aus alten Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschlössern produziert. Bild: Airpaq

Wenn Airbags und Sicherheitsgurte auf dem Rücken landen

AIRPAQ recycelt Industriestoffe von Schrottautos und macht daraus Rucksäcke, die sich sehen lassen können. Die Idee ist zwar nicht neu, aber von Recyclingprodukten kann es schließlich nicht genug geben.

WERBUNG

“Alles begann auf einem Schrottplatz, auf dem die damals 25 Jahre alten Studenten im September 2015 erstmals Sicherheitsgurte und Airbags aus einem alten Auto schnitten”, heißt es in der Pressemeldung des jungen Unternehmens AIRPAQ. Was an den Gründungsmythos eines großen Technikkonzerns erinnert, ist eigentlich nur die Story von Adrian Goosses und Michael Widmann – zwei Jungs, die im Rahmen ihres Entrepreneurship-Studiums die Idee hatten, aus altem Autoschrott stylische Rucksäcke zu fertigen.

Adrian, Michael und Airpaqs
Adrian, Michael und Airpaqs, Bild: Airpaq

Für einen Rucksack werden circa zwei Airbags (Fahrer- und Beifahrerairbag), vier Sicherheitsgurte und ein Gurtschloss verwendet. So sollen Automobil-Enthusiasmus und ökologisches Bewusstsein in einem Produkt vereint werden. Zur Zeit bezieht AIRPAQ den Großteil seiner Materialen von verschiedenen Schrottplätzen und verarbeitet Material zahlreicher Hersteller, Fahrzeugtypen und Baujahre. Demnach ist jeder Rucksack ein Unikat.

„Viele der Rucksäcke haben tausende Kilometer auf dem Buckel. Wir finden, es ist an der Zeit, den Spieß umzudrehen und sie auf dem eigenen zu tragen“, sagt Adrian Goosses. Dabei hatten die Jungs von AIRPAQ zu Beginn weder vom Nähen noch von Design wirklich Ahnung. Erfolgreich sind sie mittlerweile trotzdem.

WERBUNG

Auf der Webseite www.airpaq.de können die Rucksäcke seit Mai vorbestellt werden und vom 4. bis zum 6. Juli werden die Produkte dann auch erstmals auf der Ethical Fashion Show in Berlin ausgestellt. Die Fashion Show wird außerdem Startschuss für die Crowdfunding Kampagne auf der Plattform Kickstarter sein. Hier können sich Kunden vom 4. Juli bis 10. August einen Airpaq der ersten Produktionsserie zu einem reduzierten Kickstarter-Preis sichern. Das Startup erhofft sich so seine erste Serienproduktion ermöglichen zu können. Die ersten 150 Käufer profitieren von einem günstigeren Early-Bird Preis.

Die Idee, Rucksäcke oder Taschen aus alten Sicherheitsgurten zu fertigen, ist allerdings nicht neu. Das Label FREITAG wirbt ebenfalls mit Taschen, die aus gebrauchten LKW-Planen, ausrangierten Fahrradschläuchen und Autogurten gebastelt werden. Allerdings sollen die im Wohnzimmer einer WG und nicht auf dem Schrottplatz entstanden sein. So hat jedes Label seine Story.