Auf ein Wort

Markus Oess

Eigentlich hätte es wieder losgehen müssen mit den Messen! Und dann kommt mir ein Wort in den Sinn, das eher an ein Verbrechersyndikat in einem mäßigen James-Bond-Film denken lässt denn an ein Virus: Omikron. Die neue Variante ist hochansteckend und allein die Wucht der hohen Zahl sollte uns alle vorsichtig machen. Boostern und die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln bleiben das Gebot der Stunde. Es ist inzwischen klar, dass uns das Corona-Virus noch eine Weile begleiten wird und wir dringend die weltweite Impfkampagne voranbringen müssen, um das Virus zu besiegen. Wir sind nun mal nicht allein auf der Welt.

COVID-19 ist zum Alltag geworden. Darauf müssen wir uns einrichten. Keiner hätte vor zwei Jahren Worte wie Lockdown, Hygieneregeln, Impfkampagne oder Corona-Hilfen in den Mund genommen. Begriffe wie Inzidenz, R-Wert und Hospitalisierungsrate hätte kein Journalist veröffentlicht, ohne kurz zu erläutern, was es damit auf sich hat. Die Welt hat sich verändert und sie tut es natürlich weiterhin. Das darf aber nicht bedeuten, dass wir dabei tatenlos zusehen. Wir müssen wieder die Entwicklung bestimmen, aktiv handeln und uns nicht treiben lassen. Dennoch mussten die Messen der Frankfurt Fashion Week abgesagt werden. Jetzt ruhen alles Hoffnungen auf dem Sommer 2022.  Wir sollten die Macher der Frankfurt Fashion Week unterstützen und mit Zuversicht und Mut nach vorne blicken.

Päsenzmessen müssen mehr bieten als ihre digitalen Gegenstücke, sonst bleiben die Menschen zu Hause. Ich bin sicher, alle namhaften Veranstalter, auch die im Ausland, wie etwa die Pitti, haben sich so aufgestellt, dass Stand heute ein Messebesuch nicht nur sicher, sondern genauso erforderlich ist, um den notgebremsten Modebetrieb wieder zum Laufen zu bringen. Auch die Aussteller und Besucher stehen in der Pflicht, mehr zu tun, als nur abzuwarten. Wir sind nicht wehrlos dem Virus ausgeliefert. Wir können uns schützen und wir sollten wieder starten mit dem Geschäft. Auch wenn der stationäre Handel erneut ungefragt zum Baustein der Anti-Corona-Strategie wurde. G2 ist für die Händler schmerzhaft und führt natürlich zu starken Umsatzverlusten. Aber die Alternative wäre ein Scheitern des Versuches, die Pandemie einzudämmen, und das brächte weit größeren Schaden für alle Menschen in diesem Land. Die meisten Geschäfte haben sich auf die neue Situation eingerichtet, ganz so wie männersache & frauenzimmer in Krefeld. Zumal davon auszugehen ist, dass neuerliche Wirtschaftshilfen kommen werden. Das macht die Notlage der Händler vielleicht nicht unmittelbar besser, aber es eröffnet eine Perspektive. Ihre Neugierde und ihren Tatendrang haben die Krefelder jedenfalls nicht verloren. Die Messen dienen dazu, das Angebot besser zu verstehen, und wir werden sehen, welche interessanten Vorschläge sich herausstellen werden. Die Erwartungen an die neue Saison sind groß“, sagt auch der italienische Modehändler Beppe Angiolini gegenüber FT.

Marken wie BENVENUTO., TOM RIPLEY und PIONEER müssen unter komplett unterschiedlichen Bedingungen mit dem Virus zurechtkommen. Aber sie tun es und sie planen für die vor uns liegende Order. Sprühender Optimismus wäre jetzt verwegen. Aber mehr Zuversicht, auch diese Krise zu meistern, wäre schon angebracht, denn wenn wir nicht wenigstens versuchen, die Situation in unserem Sinne zu verändern, wird es nicht passieren. Vom Glück allein sollten wir uns nicht abhängig machen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten ein frohes Fest und viel Veränderung. Kommen Sie gut rüber. Wir sehen uns!

Ihr

Markus Oess